Landesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW
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Jahresausflug zum Schloss Horst

6.7.2018

Ein Ausflug der Region Ruhrgebiet führte uns zum Sie verlassen die Internetseite Wasserschloss Horst in Gelsenkirchen. Es gilt als einer der ältesten und wichtigsten Renaissancebauten in Westfalen und war bereits bei der Errichtung im 16. Jahrhundert eines der größten vierflügeligen Schlösser.

Renaissanceschloss Horst

Schlossanlage alt und neu verquickt (Foto Urte Paaßen)

Bereits im 11. Jahrhundert existierte hier im Emscherbruch eine Hofstelle, auf diese die Burganlage später gebaut wurde. Diese Anlage brannte jedoch zweimal ab. Der damalige Besitzer Rütger von der Horst ließ nach dem zweiten Brand einen kompletten Neubau erstellen, der 1578 fertiggestellt wurde. Offensichtlich sparte der Bauherr jedoch an den Fundamenten, sodass im 19. Jahrhundert große Teile des Schlosses einstürzten. Inzwischen war die Familie von Fürstenberg Eigentümer. Die versuchte den sogenannten „Steinernen Schatz“ zu retten und die Fragmente des Fassadenschmucks einzulagern.

Das Schloss verfiel zusehends. 1985 gründete sich eine Bürgerinitiative, die den endgültigen Ruin verhindern und eine langfristige Nutzung der Anlage verwirklichen wollte. Die Stadt Gelsenkirchen erwarb das Schloss und veranlasste umfangreiche historische und archäologische Untersuchungen.

Mit dem Um- und Neubau des Schlosses wurde Prof. Jochem Jourdan (Frankfurt) betraut. Es gelang nach den Vorgaben der Denkmalpflege, die historische Bausubstanz unverfälscht zu erhalten und mit modernen Bauteilen zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden.
Nach der Restaurierung und teilweisem Wiederaufbau wird das Schloss als Museum, Restaurant, Standesamt und Veranstaltungsort genutzt.

Schon im 11. Jahrhundert wurde von der o. g. Hofstelle aus Pferde gefangen, die „Emscherbrücher Dickköppe“. Diese wurden gezähmt und verkauft.

Pferdekopf mit Prame

Pferdekopf mit Prame (Foto Gisela Wegner)

Frau Jonas erläutert uns den Pferdefang im 11. Jahrhundert. Auf der Pferdenase kann man die Rossbremse erkennen. Wahrscheinlich führten aus diesem Grund die Ritter von Horst drei Rossbremsen, auch Pramen genannt, in ihrem Wappen.

Mit der Reibung das Wasser zum Sprudeln bringen

Foto Gisela Wegner

Die Führung durch das Museum gewährte uns Einblicke in den Alltag des 15. Jahrhunderts. Wie haben die Menschen dort gelebt? Die ärmeren Menschen, die Reicheren? So war die Unterkunft des Baumeisters mit Bett, Waschzuber und „Schreibtisch“ fast luxuriös, während sich die einfachen Leute mit Strohbetten und einer Kochstelle zufriedengeben mussten.

Modell zum Bau des Schlosses im 20.ten Jahrhundert

Am Ende der Schlossführung konnten wir noch das Kaminzimmer mit dem Auferstehungskamin besichtigen. Hier sind Teile des „Steinernen Schatzes“ zu betrachten.

Eine Stärkung in der Schlossgastronomie rundete das Programm ab.

gw