Landesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW
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Minijobs in Privat­haushalten

06.03.2018

Viele Menschen beschäftigen zur eigenen Entlastung eine Haushaltshilfe. Aber ist die Haushaltshilfe auch abgesichert? Und was ist bei der Anmeldung zu beachten? Diese und weitere Fragen wollten wir am 6.3.2018 bei einer Veranstaltung in der Zeche Carl klären. Herr Wolfram Koch von der Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See hatte sich bereit erklärt in einem Vortrag das Anmeldeverfahren vorzustellen und zu erläutern, was dabei zu beachten ist.

Haushaltshilfen im Privathaushalt werden bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Die Minijob-Zentrale ist deutschlandweit die zentrale Einzugs- und Meldestelle für geringfügig Beschäftigte. Sie hat drei Standorte (Essen, Cottbus und Gelsenkirchen) und betreut rund 7 Millionen Minijobber.

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Vortrag zu Minijobs in Privat­haushalten (mit freundlicher Genehmigung von Herrn Koch)

Wann liegt ein Minijob vor?

Zunächst hieß es zu klären, wann ein Minijob im Privathaushalt vorliegt: Geringfügig Beschäftigte verdienen mit allen Zulagen nicht mehr als 450 Euro durchschnittlich im Monat und übernehmen im Privathaushalt Arbeiten, die gewöhnlich von Familienmitgliedern erledigt werden. Dazu gehören beispielsweise Kochen, Wäsche waschen, bügeln, Einkaufen aber auch die Betreuung von Familien­mitgliedern oder Haustieren.

Wie wird der durchschnittliche Monats­verdienst ermittelt?

Alle regelmäßigen Zahlungen + der Einmal­zahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachts­geld dürfen nicht 450 Euro pro Monat übersteigen. Beispiel: Monatlich bekommt die Haushaltshilfe 350 Euro. Dazu kommen 70 Euro Weihnachts­geld und 50 Euro Urlaubsgeld.

350 x 12 = 4200 Euro
+ 70 Euro
+ 50 Euro
Summe: 4320 Euro/12 = 360 Euro monatlich.

In diesem Beispiel erhält die Haushalts­hilfe durchschnittlich 360 Euro monatlich. Es handelt sich demnach um einen Minijob. Hätte die Haushalts­hilfe einen weiteren Minijob mit einer regelmäßigen Zahlung von 100 Euro monatlich, handelte es sich nicht mehr um einen Minijob. Denn bei der Berechnung werden alle Minijobs zusammengerechnet. Anders ist es, wenn die Haushaltshilfe einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht. Dann ist der erste Minijob frei. Jeder weitere Minijob dagegen ist versicherungs­pflichtig.
Wichtig: Auch Minijobber haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, von 8,84 Euro pro Stunde. Voraussichtlich wird der Mindestlohn im Jahr 2019 wieder erhöht.

Anmelden eines Minijobs

Um einen Minijobber anzumelden wird das sogenannte Sie verlassen die Internetseite Haushaltsscheck-Verfahren durchlaufen. Privat­haushalte haben das Glück, dass für sie die Anmeldung sehr stark vereinfacht ist. Viele Pflichten, die sonst der Arbeitgeber erfüllen muss, übernimmt die Minijob-Zentrale. Der bürokratische Aufwand für Privat­haushalte ist deutlich geringer als für gewerbliche Arbeit­geber.

Sie können die Haushaltshilfe bei der Sie verlassen die Internetseite Minijob-Zentrale online anmelden, oder eine PDF-Datei ausfüllen. Wenn Sie keinen Internet­anschluss haben, können Sie sich das Anmelde­formular auch per Post zuschicken lassen. Die Post­adresse der Minijob-Zentrale ist: Minijob-Zentrale, 45115 Essen.
Neben den persönlichen Angaben zum Arbeit­geber und zur Beschäftigten/zum Beschäftigten benötigen Sie eine Renten­versicherungs­nummer des Beschäftigten und eine Betriebs­nummer. Wenn Ihr Haushalt noch keine Betriebs­nummer hat, beantragt die Minijob-Zentrale eine Betriebsnummer für Sie. Auch wenn die Renten­versicherungs­nummer des Beschäftigten nicht vorliegt, kann die Minijob-Zentrale Ihnen weiterhelfen. Weitere Angaben sind die Dauer der Beschäftigung und das Arbeitsentgelt. Hier können Sie zwischen einer gleich­bleibenden Zahlung und einer monatlich schwankenden Zahlung wählen.

Beiträge zur Sozial­versicherung

Privat­haushalte zahlen Beiträge zur Kranken­versicherung, zur Renten­versicherung, Steuern sowie Umlagen nach dem Aufwendungs­ausgleichs­gesetz. Damit die/der Beschäftigte im Falle eines Unfalls versichert ist, zahlen Sie darüber hinaus Beiträge zur Unfall­versicherung. Insgesamt zahlen Privat­haushalte weniger Beiträge zur Sozial­versicherung als gewerbliche Arbeit­geber.

Die Abgaben im Vergleich für das Jahr 2018

  Gewerblicher Arbeit­geber Arbeit­geber ist Privat­haushalt
Kranken­versicherung 13,0 % 5,0 %
Renten­versicherung 15,0 % 5,0 %
Ein­heitliche Pauschal­steuer 2,0 % 2,0 %
Insolvenz­geld­umlage 0,06 % -
U1 (Umlage zum Aus­gleich der Arbeit­geber­aufwendungen bei Krank­heit) 0,9 % 0,9 %
U2 (Umlage zum Aus­gleich der Arbeit­geber­aufwendungen bei Schwanger­schaft /Mutter­schaft) 0,24 % 0,24 %
Beitrag zur Unfall­versicher­ung Indi­vidueller Beitrag 1,6 %
Ab­gaben für den Arbeit­geber 31,20 % (+ Unfall­versicher­ung) 14,74 %

Rentenversicherung

In einem Feld beim Haushaltsscheck müssen Sie ankreuzen, ob die/der Beschäftigte den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen möchte und damit eigene Rentenansprüche erwirbt. Wie die Tabelle zeigt, zahlen Privathaushalte nur 5 % zur Rentenversicherung. Wird der volle Rentenversicherungsbeitrag von 18,6 % bezahlt, zahlt die/der Beschäftigte die restlichen 13,6 %. Die Arbeitgeber müssen diese 13,6 % vom Arbeitslohn abziehen. Bei der Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge ist zu beachten, dass dieser bis zu einem monatlichen Entgelt von 175 € mindestens 32,55 € beträgt. Wird die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 175 € monatlich (§ 163 SGB 6 - Sonderregelung für beitragspflichtige Einnahmen Beschäftigter Sie verlassen die Internetseite https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__163.html) überschritten werden die Beiträge zur Rentenversicherung prozentual errechnet.

Als Privathaushalt müssen Sie sich mit der Berechnung der Beiträge nicht belasten. Wenn Sie das ausgefüllte Formular zum Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale eingereicht haben, berechnet die Minijob-Zentrale die Abgaben. Jedes halbe Jahr zieht die Minijob-Zentrale die Abgaben per Lastschrift von Ihrem Bankkonto ein. Sowohl Arbeitgeber, als auch die/der Beschäftige erhalten eine Bescheinigung über die gezahlten Abgaben. Einmal jährlich erstellt die Minijob-Zentrale Bescheinigungen z. B. Meldung zur Sozialversicherung und eine Finanzamtsbescheinigung. Wird der/dem Beschäftigten schwankende Arbeitsentgelte bezahlt, bescheinigt der Arbeitgeber alle sechs Monate in einem Formular (Halbjahresscheck) die einzelnen monatlichen Zahlungen.

Informationen

Alle Informationen und Formulare finden Sie auf der Internetseite der Minijob-Zentrale Sie verlassen die Internetseite https://www.minijob-zentrale.de.

Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter/innen der Minijob-Zentrale mit Rat und Tat zur Seite. Sie erreichen die Minijob-Zentrale unter der Telefonnummer: 0355 2902-70799.

Die Minijob-Zentrale betreibt auch eine Haushaltsjob-Börse (kostenfrei) für Haushaltshilfen Sie verlassen die Internetseite https://www.haushaltsjob-boerse.de.

Urte Paaßen